Die Wies' -(kirche) bei Steingaden –

eine Holzfigur verursacht über 1 Million Euro "Schaden"

Muenchen Flughafentransfer - Ein Service von Mietwagen Lohfink Büro 08134-558720 - Mobilruf 0172-9607143

Bieten Sie Ihren Gästen/Firmenbesuchern doch mal etwas Besonderes - Fahren mit persönlichem Chauffeur !

Mein Service für Personenbeförderungen oder Flughafenabholungen steht Ihnen jederzeit Tag und Nacht zur Verfügung - nach Vorbestellung ! - Rufnummer 08134-558720

*

Wegweiser

durch meine Webseite und Bayern

Home

Einfuehrung

Albaching

Albaching Kirchendetails

Altenmarkt an der Alz

Altoetting

Bad Aibling

Bad Berneck und Trebgast

Bad Endorf

Bad Staffelstein

Banz

Vierzehnheiligen bei Staffelstein

Bad Tölz

Bad Woerishofen

Bamberg

Bayerischer Wald

Bayreuth

Berchtesgaden

Bernried

Burghausen

Coburg

Die Wies' (kirche) bei Steingaden

Dingolfing

Dinkelsbuehl

Freising

Fuerstenfeldbruck

Fuessen

Fuessen 1 - Rundgang

Furth im Wald

Garmisch

Gars am Inn

Gars Klosterkirche

Klosterkirche Au am Inn

Gilching

Guenzburg

Hengersberg - Niederaltaich

Kaufbeuren

Kaufbeuren Stadtrundgang

Kelheim

Kempten

Kulmbach

Sie waren noch nie in München? Na nix wie hin !!!!

Landsberg am Lech

Landshut

Markt Irsee

Mittenwald

Mühldorf am Inn

Murnau

Nabburg in der Oberpfalz

Neuoetting

Noerdlingen im Ries

Nürnberg

Passau

Passau 1 - Fotoreise

Prien am Chiemsee

Rechtmehring und Kirchreith

Rechtmehring Kirchendetails

Regensburg

Rosenheim

Rottenbuch und Hohenpeissenberg

Salzburg

Schongau

Schwangau

Starnberg

Starnberg (2.Teil - Ammersee)

Steingaden

Straubing

Tauberbischofsheim

Tirschenreuth

Waldsassen - mit Großkonnreuth und Griesbach

Wasserburg am Inn

Weiden in der Oberpfalz

Weimar, Eisenach und Fulda - 2-Tages-Tour

Wuerzburg

Innsbruck + Meran

Aus Bayerns Sagenschatz

Interessante Links:

Gezielt Bücher suchen kann jeder, aber wo kann man noch richtig "stöbern - schmökern - wühlen" ?

In meiner Bücher-Fundgrube !!! - 35 000 Bücher alphabetisch sortiert

*

Und in meinem zweiten Buchladen hat jedes Buch ein Bild dabei

Buchladen-Joerg

besuchen Sie mich doch auch mal dort

oder unter

www.alte-sachen.com

CDs aus Restposten - sehr guenstig - Volksmusik, Klassik, Oldies, Rock, Pop, Techno, Jazz, Gospel, Schlager u.a.

oder Sie machen noch eine Blitzreise nach Kanada - direkt nach Ontario

Wie wär's mit einem Urlaub am Ammersee ?

Die Wies' in Bayern -

nix für die Kühe zum Fressen

„Wos dös wiada für'n Schmarri, du Preiss' !“ tät der Huber Seppi sagen, wenn er statt dem Jungbullen hinterherjagen im Internet surfen würde. Macht er aber zum Glück nicht, aber Sie ! Und da sind Sie nun bei einem waschechten „Bayern“ wie mir gelandet, ein herzliches Grüß Gott miteinand.


Was den „Bayern“ angeht, da will ich nix hören von Eana – laut bayerischer Verfassung wird man durch Heirat Bayer, also bin ich, obwohl in Berlin geboren und aufgewachsen, durch die Heirat mit meiner bayrischen Frau nun „ooch'n Bayer“ - grins.

Für die, „die mir noch nich kennen“ (neue deutsche Rechtsschreibung ham wa schon als Kinder gekannt) - „mein Name ist Jörg Lohfink (nee, jetzt kommt nich „was kann ich für Sie tun?“) und ich fahre leidenschaftlich gern Auto in Bayern und drum herum und nehm dann gerne Leute mit.

Gegen Bezahlung natürlich, muß ja von wat leben. Da der Großteil meiner Gäste am Flughafen Franz-Josef-Strauss in München ankommt, hab ich „det Kind“halt „Flughafentransfer“ genannt. Die offizielle Bezeichnung ist „Mietwagen Lohfink“ weil man mich halt zum Fahren mieten kann.


Und wenn man gern fährt und nicht unter Zeit- oder Gelddruck wie so manche Kollegen, dann sieht man viel mehr und das zeige ich gern meinen Gästen und auch Ihnen. So wurde langsam auch meine Internetseite ein kleiner Reiseführer und heute mache ich mein Versprechen von der
Steingaden-Seite wahr, ich zeige Ihnen eine – nein – die „Wies“.

„Det is nich ne jrüne Rasenfläche“ sondern die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland in der Nähe von Steingaden und
Füssen. Ein einzigartiges Barock/Rokoko-Kunst- und Bauwerk, steht auch unter dem Schutz der Unesco, und weil es halt im „Jrünen“ steht (kein Ort drumherum), heißt es halt „Die Wies'“ (die Kirche auf der Wiese).



Wer schon mal da war, kann heute vielleicht Erinnerungen auffrischen. Wer kommen möchte, der bekommt vielleicht eine kleine Vorahnung von all der Schönheit. Wer nie herkommen kann, aus welchen Gründen auch immer, dem soll diese Seite ein paar schöne Augenblicke geben.

Und wer keine Kunst oder erst recht keine Kirchen mag, der geht am besten auf eine andere Seite. Denn die Wies' hat so eine interessante Geschichte (und auch Inhalt), daß es ein bisserl länger dauert, alles richtig zu schildern.



Fangen wir an mit dem „Schmarri“ des Untertitels: hier sehen Sie die Holzfigur, die den genannten Schaden – damals, um 1750 nur 170 – 180 00 Gulden = nach heutiger Rechnung über eine Million Euro – verursacht hat. Oder würden Sie das keinen „Schaden“ nennen, wenn ein vorher relativ reiches Kloster hinterher pleite ist?

Das Steingadener Prämonstatenserkloster war nämlich richtig reich bis zum Bau dieser Kirche, obwohl es im 30jährigen Krieg von den Schweden 2x geplündert und abgefackelt worden war. Als kleines Beispiel mag nur dienen, daß die Klosterbibliothek 1803 insgesamt 38 000 Bände umfaßte. Das waren Wertgegenstände früher – Bücher !!! Nur nebenbei, ich hab' auch so ca 80 000 Titel – wenn ich nämlich nicht rumfahre, dann betreibe ich nebenbei drei Internetantiquariate, finden Sie ganz unten.



Nun aber zur Geschichte selber, die sachliche und "trockene" Fassung erzähl ich Ihnen nicht, können Sie in einem der zu kaufenden Bücher nachlesen, die mir erzählte Legende ist „vui“ schöner. Die kleine Kapelle hier im Vordergrund, sieht man bei der Anfahrt ganz oben so gut wie kaum, spielt darin die Endrolle. Los geht's:

Im Jahre des Herrn anno 1729 hatte die Heiligenstatue, die immer zur Karfreitagsprozession von den Mönchen des Klosters Steingaden vorneweg getragen wurde, „das Zeitliche gesegnet“ und man brauchte eine neue. Also ließ der Abt eine schnitzen.

Als diese dann fertig war, fanden die Mönche diese so grauslich realistisch – es war der „gegeißtelte Heiland“ - daß sie Sorge hatten, das einfache Volk würde davor schaudern. Man packte diese Statue weg und orderte eine andere.


Einige Jahre später kam die Bäuerin vom Wieshof, also einem ca eine Stunde entfernten Bauernhof „im Jrünen“, zum Kloster und bat die Mönche um Hilfe. Ihr Mann läge todkrank daheim und sie erbat Medizin und vielleicht irgend ein „heiliges Stück“, damit der Herrgott ihrem Mann auch gleich helfen könne.


Tja, was tun? Eine Reliquie wurde für so profane Zwecke nicht rausgerückt, aber da fiel den Mönchen ein, „da war doch diese grausliche Statue...“. Diese wurde der Bäuerin mit heimgegeben und sie stellte diese in ihrem Haus auf. Und siehe da, ihr Mann wurde ganz schnell gesund. Doch es geschah noch ein richtiges Wunder. Kaum war die Statue im Haus, da rannen ihr Tränen aus den Augen.


Zu damaliger Zeit verbreiteten sich Nachrichten über Wunder teilweise schneller als heute eine E-Mail – binnen kurzer Zeit strömten von nah und fern Pilger zu der wundersamen Statue. Und so baute die Bauernfamilie die kleine Kapelle als Dank und zur Anbetung.



Soweit zur Legende, hier ein Bild von innen. Können Sie manchmal nicht sehen, denn bei schlechter Witterung bleibt das Kapellchen geschlossen, um es vor dem Verfall zu schützen. Es kostet die Familie, immer noch selber dafür verantwortlich, eine Menge, es zu erhalten.

Das Wunder erkläre ich mir übrigens so: wenn ich ein Stücke Holz wäre und jahrelang auf einem Dachboden frieren muß, dann würde ich auch vor Freude weinen, wenn ich ins Warme komme. Doch so sahen die Gläubigen das natürlich nicht und immer mehr Pilger strömten zum Wunder von der Wies'. Der Abt Hyazinth Gaßner entschloß sich daher „auf Drängen des gläubigen Volkes“ eine große Wallfahrtskirche zu bauen (offizieller Text).



Hier ein Bild aus der Kapelle, so „schlimm“ oder realistisch sieht doch die Holzfigur ganz oben, sie steht übrigens in der Wallfahrtskirche, gar nicht aus oder?

Aber weiter im Lauf der Geschichte: es wird angenommen, daß nicht das gläubige Volk – war ja genügsam damals – sondern die örtliche Bau- und Handwerkerschaft auf einen größeren Bau drängte.

Im Vergleich zu den großen Klöstern in der Umgebung, Rottenbuch, Wessobrunn, Diessen oder Polling (diese Klöster halfen den Steingadener nachher finanziell aus der Klemme), war nämlich die Abtei Steingaden ein bisserl „mickrig“ in den Augen der Handwerker.

Das Kloster war reich, aber mit Bauen (und damit Geldverdienen) hatten die Mönche nicht viel im Sinn, eher mit ein bisserl Prassen und Verschwenden im Inneren des Klosters (denken Sie an die Bücher, sowas war damals „schweineteuer“).



Und auch wenn das Kapellchen einen „Dom“ hatte, war doch der Platz für fromme Bildnisse arg klein dafür. So gab halt der Abt nach und suchte einen Baumeister. Der nächstbeste und auch wirklich Beste in der ganzen süddeutschen Gegend war der „Landbaumeister“ Dominikus Zimmermann aus Landsberg. Er stammte ursprünglich aus Wessobrunn, wo er das Stukkateurhandwerk erlernt hatte und brachte es bis zum Ratsherrn von Landsberg am Lech.



Dieses Bild zeigt Ihnen eins der Geheimnisse der Wies', vorweg genommen beim Bau der kleinen Kapelle. Sie können es bei einem Besuch selber sehen, wenn Sie in den kleinen „Dom“ in Richtung Ausgang schauen. Die kleine „Kuppel“ ist nicht aus Stein, sondern an Holzbalken aufgehängt und dann bemalt. Und genauso hat Dominikus Zimmermann dann die herrliche Decke in der großen Wieskirche konstruiert, kuppelförmig wie in etlichen Barockkirchen, aber nicht ein Stück aus Stein. Das ist die Einmaligkeit an und in dieser Kirche und erklärt wahrscheinlich auch die nie wieder erreichte wunderbare Akustik, die dort zu hören ist.



Jetzt gehen wir aber hoch zur richtigen Wies', hinten der Anbau war der Wohnsitz der betreuenden Mönche und auch der Küchentrakt für die Verpflegung der Wallfahrer. Die kleine Mauer mit dem Türmchen ist wohl noch der Bauweise entsprechend, eine Wehrmauer um das Kloster zu ziehen gegen böse Buben.



Beim Eintritt in das Gotteshaus, übrigens, ganz wichtig, für Rollstuhlfahrer auch geeignet – bietet sich dem Besucher das obige Bild und oft genug habe ich in den verschiedensten Sprachen sofort gehört „überwältigend“ - wonderful, georgious, super, whow!! Dann rucken alle Augen fast gleichzeitig nach oben zur Decke und dann geht das Staunen weiter.



Was Sie hier sehen, ist der „Richterstuhl“, zum Glück noch nicht besetzt. Diese herrliche Rokoko-Malerei stammt von Johann Baptist Zimmermann, war der Bruder vom Baumeister.

Is doch jut, wenn allet in die Familie bleibt oder? Der war damals Hofmaler am kurfürstlichen Hof in München. Hier gleich mal eine Anmerkung von mir: aus einer alten Schrift habe ich entnommen, daß der Kurfürst auch ein bisserl auf einen größeren Bau gedrängt haben soll, damit die vielen Wallfahrer auch versorgt werden konnten.



Schauen wir uns mal ein paar Details an, hier Petrus mit den Schlüsseln und darüber der „Protokollchef“ - oder ist das etwa schon ein Sündenregister?



Natürlich darf St. Michael nicht fehlen, auch die anderen Erzengel werden die Wissenden unter Ihnen sicherlich erkennen.


Wenn ich an meine Jugend denke, könnte das unter Umständen mein „Sündenregister“ sein, aber da ich wie immer Optimist bin, glaube ich eher, das Bild soll die Heilige Schrift darstellen.



Sollten Sie persönlich die Wieskirche besuchen können, dann achten Sie bitte auf diesen kleinen Burschen ganz genau. Er sitzt links neben dem noch unbesetzten Richterstuhl. Sie müssen aber entweder den Zoom Ihrer Kamera benutzen oder rechts von der Seite gucken. Nur dann fällt Ihnen ganz sicher auf, daß das Englein gemalt ist, aber sein rechtes Bein ist echt. Kommt ganz plastisch aus dem Bild heraus. Das ist eines der Merkmale vom Mix zwischen Rokoko und Barock.



Den Stuhl für das Jüngste Gericht schauen wir uns mal ein bisserl genauer an, sieht doch gar nicht so zum Fürchten aus, wie früher der „Pastor“ immer ihn beschrieben hat.



Bevor wir jetzt alle eine Genickstarre bekommen, gehen wir mit den Augen mal kurz ins Waagerechte. Zwischen dem Mittelraum und dem Seitengang gibt es auch jede Menge zu sehen, hier mal ein schöner Engel. Nachher kommen noch welche – nein, Sie sind nicht gemeint, gnä'ge Frau.



Für Nicht-Katholiken und Unwissende, das hier ist nicht eine Kasperlebühne für die kleinen Besucher, sondern ein Beichtstuhl. Wofür der Vorhang in der Mitte dient, ist mir nicht bekannt – vielleicht wurde bei Leuten mit ganz großem Sündenregister und daher längeren Beichten da was Essbares reingeschoben.



Dieser Seitenaltar auf der rechten Seite ist der „Bruderschaftsaltar des Gegeißelten Herrn“, leider konnte ich das Bild nicht richtig rausholen, es stellt den reumütigen Petrus dar.



Der links an der Seite befindliche Altar zeigt das Bild einer Sünderin, die dem Herrn Jesus die Füße wäscht. Auch hier waren die Lichtverhältnisse zu stark, als daß ich noch mehr draus machen konnte. Übrigens ein Trick von Dominikus Zimmermann, der hat die Säulen so geschickt gestellt, damit viel mehr Licht wie üblich in den Raum kommen kann.

Falls Sie so nebenbei glauben sollten, „allet Marmor“ - Pustekuchen – alles aus Holz. Können Sie merken, wenn Sie ganz vorsichtig mal dran fassen oder klopfen. Die Innenausstattung mit Marmor zu bauen, war damals erstens aus Kostengründen und zweitens mangels Stein nicht möglich. Was Sie sehen, ist sogenannter „Wessobrunner Marmor“. Also die Kunst, Holz so zu bemalen und dann zu schleifen (und wieder zu bemalen und....) bis der Eindruck entsteht, man habe echten Marmor vor sich. Und dementsprechend konnten die Künstler auch die Farben gestalten für roten oder blauen Marmor.



Mit wieviel Liebe und Freude am Detail die Künstler früher gearbeitet haben, können Sie hier am Ausschnitt des Seitenaltars oben sehen. Von der Figur mal abgesehen frage ich mich doch oft, wie konnten die damals diese vielen kleinen Schnörkelchen und Bögen machen, immer auf jeder Seite gleich.



Hier den „Herrn“ mal in ganz groß. Ob der Künstler zeigen wollte, daß das Licht blendet oder ob der Glanz von „janz oben“ den Menschen zwingt, die Augen zusammen zu kneifen? Es ist immer ein Jammer, wenn ich sehen muß, wie so manche Reisegesellschaften in die Wies' kommen, 10 Minuten Aufenthalt, und ab geht's wieder weiter. Da kann man doch gar nicht alles richtig sehen.



In den Seitengängen oben sind nämlich auch viele symbolische Bilder, hier sehen wir Christus, wie er mit dem „ungerechten Hausverwalter“ schimpft (ob das eine Anspielung auf die schludrige Buchhaltung des Klosters Steingaden war – das wurde nämlich bei der Säkularisierung 1803 amtlich festgestellt).



Na, sagt Ihnen das Bild was? Der Gockel müßte Ihnen auf die Sprünge helfen. Ja, Petrus verleugnet Jesus und weint bitterlich, als dieser ihn anschaut.



Nein, das ist kein gemütlicher Schwatz am Brunnen – lesen Sie mal nach in Johannes 4, 11 – das ist die Geschichte mit der Samariterin.



„Hab' ich dich endlich erwischt, du Äpfeldieb“ würde sicherlich unser Nachbarsbub das Bild erklären, denn dem ist es voriges Jahr so gegangen. Aber es ist die Geschichte aus Lukas 19, 1 – Zachäus ist vor dem Gedränge der Menschen auf einen Baum gestiegen, um den Herrn sehen zu können.



Dieses Bild könnte mich und meine Frau darstellen, nur bin ich der auf den Knien, der für unseren Apfelbaum im Garten bittet – den will meine Frau nämlich niedermachen, weil die Äpfel nix waren die letzten zwei Jahre. Doch es ist die Geschichte aus Lukas 13, 6 – der Herr wird um Geduld gebeten für den unfruchtbaren Feigenbaum, doch er droht „wenn er aber dann keine Frucht bringt, wird er umgehauen“.



Die Künstler haben nicht nur in den Bildern sondern auch in der Plastik versucht, die Symbolik der Fruchtbarkeit durch das ewige Wasser des Herrn darzustellen. Ich habe mit Absicht diese Vergrößerung vorangestellt, Sie sehen, das Wasser quillt in großem Fluß aus dem Fisch (auch ein christliches Symbol) und fließt und fließt.



Gehen wir eine Stufe runter mit dem Zoom, dann sehen Sie den kleinen Engel rufen „Herbei, herbei, hier ist der Quell des Lebens“. Und wo befindet sich dieser kleine Bursche?



Zu Füßes desjenigen, der die Worte des Herrn verkünden soll. Das ist die Symbolik der Kanzel, auf der die Worte der Heiligen Schrift verlesen werden. Und damit die Diener des Herrn auch nichts vergessen, sitzt ganz oben drauf noch einer und zählt mit, was schon alles gepredigt wurde (siehe unteres Bild).




Ganz so locker, wie ich so manche Bilder versuche zu erklären, waren die alten Künstler zwar nicht, damals wäre das ja schon fast Ketzerei gewesen. Aber ein bisserl spitzbübisch und humorvoll doch und vieles wurde von den Kirchenmännern entweder über- oder sogar gern gesehen. Schauen Sie sich doch diesen kleinen „Scherzbold“mal an



Ja, darf man denn in der Kirche so rumspielen? Damals anscheinend ja, denn wenn das Leben traurig genug war, im himmlischen Reich später sollte es ja um so besser werden. Der Tod war in früheren Zeiten zwar gefürchtet, aber er bekam auch sein Recht. Kennen Sie noch die Geschichte vom König Midas, der alles was er anfaßte, zu Gold machte? Hier haben Sie den Herrn – eine Mahnung?



Lassen wir unsere Augen noch mal umher schweifen, eigentlich sind es noch viele viele andere herrliche Details, die wir sehen könnten. Doch ich möchte Sie eigentlich nur „anfüttern“ - nehmen Sie sich viel Zeit für einen Besuch in der Wies'.
Seien Sie geduldig wie




und wenn Ihre Kamera keinen Zoom hat, dann nehmen Sie ein Opernglas mit. Dieses schöne Symbol sitzt ganz oben auf dem Hauptaltar, mit dem bloßen Auge sieht man nicht, wie liebevoll dieses Tierchen gestaltet worden ist.



Vielleicht konnte der Abt des Klosters von seiner eigenen, der Kanzel gegenüber liegenden Empore es genauer sehen, wenn er nach der Messe wieder sein Heim im Kloster Steingaden aufsuchte.


Die deutsche Sprache macht es einem manchmal leicht, eine Brücke zu schlagen – Heim aufsuchen – Heimsuchung – fehlt bloß das „Auf“.
Eine „Heimsuchung“ im bösen Sinne war das Jahr 1803, in dem die Säkularisierung statt fand. Klöster und Kirchen vom Staat beschlagnahmt, alles Wertvolle verräumt und verramscht und die Gebäude verkauft. Das sollte mit der Wies' auch passieren, doch wieviel war sie wert?


Da man in damaliger Zeit noch nicht die Raffinessen unseres Finanzministers und Konsorten besaß, nahm man als Berechnungsgrundlage der kirchlichen Bauten eine „Schätzung auf Materialwert und Abbruch“ vor. Da wäre dann die Wieskirche, Baukosten siehe oben ca 180 000 Gulden, für 20 000 Gulden „verscheuert“ worden. Es gab sogar einen Interessenten, der wollte 800 Gulden (nur) zahlen. Aber zum Glück für uns heute war das dem Staat Bayern damals zu wenig und so blieb uns die Wies' erhalten.



Bevor wir nun diese herrliche Kirche verlassen, noch ein Blick auf die Orgelempore. Auch diese nicht wie in vielen anderen Gotteshäusern im Dunkeln versteckt, sondern schön hell beleuchtet durch die geschickte Bauweise vom Dominikus Zimmermann. Es finden übrigens, sofern die Orgel nicht grad wieder wie zur Zeit renoviert wird, wunderbare Orgelkonzerte statt, speziell an den kirchlichen Feiertagen. Da kann Ihnen dann passieren, daß Sie a) keinen Parkplatz mehr draußen finden und b) wie auf dem nachfolgenden Bild




die Türen geschlossen sind. Das ist der letzte Blick, den der Besucher hat, bevor er die Wies' verläßt – das Tor zur Ewigkeit ist noch verschlossen. Aber die vielen anderen Eindrücke in der Kirche geben vielleicht einen Vorgeschmack, denn wenn es stimmt...., dann sehen wir die Künstler alle „oben“ wieder – das wird dann ein Paradies an Farben, Bildern und Kunst sein.

Nu is aber Schluß, fahren wir weiter, König Ludwig wartet auf Sie, falls Sie noch nicht auf Neuschwanstein oder Hohenschwangau waren. Ach, da waren Sie schon? Na dann, es gibt noch viel mehr zu entdecken, schauen Sie mal links in meinen Wegweiser. Lauter hübsche Fleckerln in Bayern.

In diesem Sinn darf ich mich verabschieden, wünsche Ihnen viel Freude beim Anschauen der Bilder, keinen Ärger über den manchmal schnoddrigen Text (bin halt so) und falls Sie in Bayern Urlaub machen, viel Sonnenschein und Erholung.

Mit lieben Grüßen

Ihr Preiss' in Bayern – der mit dem neuen "Franzmann"-Van

*

Hat's wieder mal Spaß gemacht, ein Stück Bayern kennen zu lernen? Wenn ja, links im Wegweiser gibt's noch „vui mehra“ und ich bin schon dabei „no mehra“ für Sie zu entdecken und zu beschreiben.

Bis zum nächsten Mal mit herzlichen Grüßen

Ihr Jörg W. Lohfink

echt preissischer Reiseführer (aus eigenem Vergnügen) und -fahrer in Bayern.

(alle Bülders sin von mir) ©®J.W.Lohfink

*

zu meinem zweiten Buchladen - "Buchladen-Joerg" - jedes Buch mit Bild gelistet

und auf vielfachen Wunsch noch'n dritter Laden mit Suchfeld nach Autor, Titel oder sonstigen Schlagworten - wird später die anderen beiden mit beinhalten

www.alte-sachen com

*

*

Und hier zum einfacheren Suchen, wenn Sie noch was anderes wollen - wer will das nicht?

Google

> > >

 

> Web

> www.muenchen-flughafentransfer.de

> www.buecher-fundgrube.de

> > > > > >

*

Counter das ist ab Juni 2008 die Zahl der Wieskirchen Besucher. die Gesamtanzahl aller Reiseführer-Freunde ist auf der Home-Seite.